Gong Connect

Promotion

Wetter

17°C

Autobahnen

A3 Passau Richtung Nürnberg
zwischen Kreuz Altdorf und Kreuz Nür...


Werbung

Nachrichten

Kinder mit Migrationshintergrund seltener in Kitas

10.03.2010 :: Basis / Politik

Unterschiede in der Altersstufe unter drei Jahren besonders deutlich

Wiesbaden/Berlin (ddp). Kinder mit Migrationshintergrund besuchen sehr viel seltener eine Kindertageseinrichtung als ihre übrigen Altersgenossen. Von den Kindern mit mindestens einem aus dem Ausland stammenden Elternteil wurden am Stichtag 1. März 2009 knapp 47 Prozent in einer Kita oder durch eine Tagesmutter betreut, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Bei Kindern ohne Migrationshintergrund habe die Quote rund 61 Prozent betragen. Die Statistik wurde zum ersten Mal erhoben.

Besonders deutlich fielen die Unterschiede in der Altersstufe unter drei Jahren aus. Bei Kindern mit aus Deutschland stammenden Eltern wurde jedes vierte betreut, bei ihren Altersgenossen mit Migrationshintergrund hingegen nur jedes zehnte, die Quote insgesamt lag bei 20 Prozent. Zwischen drei und sechs Jahren erreichte die Betreuungsquote bei Kindern mit Migrationshintergrund 84 Prozent, bei Kindern ohne Migrationshintergrund 96 Prozent (Quote insgesamt 92 Prozent).

Für viele Migranten spiele der Kindergartenbesuch noch keine bedeutende Rolle, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU). «Dabei zeigen alle Bildungsstudien: Wer früh gefördert wird, ist besser in der Schule und vergrößert damit seine Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft in unserem Land.»

Deshalb werde die Bundesregierung verstärkt bei Eltern mit ausländischen Wurzeln dafür werben, dass sie diese Förderung für ihre Kinder in Anspruch nehmen, sagte Böhmer. Dabei hoffe sie auch auf die Unterstützung der Migrantenorganisationen. Zugleich forderte die Staatsministerin eine bessere individuelle Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund im Kindergarten.

SPD-Parteivize Klaus Wowereit nannte die Ergebnisse der Studie «alarmierend». Kinder mit Migrationshintergrund seien auf eine frühe und gute Betreuung in Kitas angewiesen. Daher sei ein Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz notwendig, forderte Wowereit. Mit dem geplanten Betreuungsgeld fördere die Bundesregierung hingegen, dass Kinder zu Hause blieben und dies ginge zulasten von Kindern mit ausländischen Wurzeln.

Grünen-Chef Cem Özdemir forderte mehr Erzieher mit Migrationshintergrund, um «Hemmschwellen abzubauen und die Eltern vor Ort von der Bedeutung frühkindlicher Förderung zu überzeugen.» Hier seien auch die Migrantenverbände gefragt, sagte Özdemir.  (ddp)